Bericht von Erik Becker und Manfred Hilscher über Ihre Teilnahme bei der Bike-Transalp 2006


Bike-Transalp 2006

Das „härtesten Mountainbike-Rennen der Welt“, wie sich die Transalp ja selber nennt.

Statistik:

Anzahl der gestarteten Teams: 548 (1096 Teilnehmer)
Nationen: 38
ältester/jüngster Teilnehmer: 70/17 Jahre
Strecke: 665 km
Höhenmeter: 22572 Hm
Pässe: 19
Höchster Pass: Brochetta di Forcola 2768 m Anzahl Finisher: 1036
Pässe:
Die höchsten Pässe waren:

Bocchetta di Forcola mit 2.768m
Idjoch mit 2.737m
Rabbijoch mit 2.467m


Die neunte BIKE Transalp Challenge ist zu Ende!

Für Manfred und mich war es nun schon die zweite Challenge und aus heutiger Sich erst einmal die letzte. Wie in der Statistik zu lesen ist, hat die Transalp sich wieder einmal selber übertroffen. Die meisten Höhenmeter pro gefahrenen Kilometer (Durchschnitt 83km mit 2820Hm), noch mehr Nationen…
In diesem Jahr ging die Strecke über eine vollkommen neue Strecke und das war für uns auch die Herausforderung, sich dem Rennen erneut zu stellen. Im Pressetext vom Veranstalter ist dazu folgendes zu lesen.

„Was der Ironman von Hawaii für Triathleten ist, ist die BIKE Transalp Challenge für Mountainbiker. Das berühmteste Rennen seiner Art.
Seit 1998 gilt die Transalp als das härteste und zugleich schönste Mountainbike-Rennen der Welt. Von Füssen in Deutschland geht es an den berühmten Königsschlössern des Allgäu über 8 Etappen durch Österreich, die Schweiz und Italien bis nach Limone am Gardasee, wo diesmal direkt am Ufer das spektakulärste Ziel seit Beginn der Transalp auf 525 Teams aus allen Teilen der Welt (38 Nati.) aufgebaut sein wird.
Mindestens einmal im Leben die Transalp Challenge erfolgreich zu Ende gefahren zu haben, ist für viele Mountainbiker auf der ganzen Welt ein Lebenstraum.
Die BIKE Transalp Challenge führt durch die schönsten Regionen der Alpen. Berge, Seen, Almen, härtestes Anstiege, phantastische Single-Downhill-Trails zur Belohnung, Panoramen, die schöner als gemalt erfahren werden und eine Atmosphäre, die unvergleichlich ist.“

Treffender als die Zeilen kann man eigentlich das Rennen nicht beschreiben.

Die Vorbereitung haben wir ähnlich dem Vorjahr geplant. Manfred und ich haben bis zum Start ca. 5000 km bzw. 6000km Radtraining absolviert. Wir waren in zwei Trainingslagern, einmal auf Mallorca mit dem Rennrad um Grundlagenkilometer zu bolzen und einmal in der Türkei im BIKE-Camp mit dem Bike, damit die Fahrtechnik nicht zu kurz kommt. Ich selber hatte mir die Transalp mit dem Rennrad drei Woche voher verordnet. An dieser Stelle kann ich auch gleich sagen, dass die sieben Etappen über 830km und 21000Hm deutlich leichter als mit dem Bike sind!

Im Vorfeld hatten wir wieder eine Leistungsdiagnostik durchgeführt. Wir haben das Laktat, die Sauerstoffaufnahme, die individuellen Belastungsherzfrequenzen und die relative Leistung bestimmt. Dabei haben wir nicht nur den aktuellen Leistungsstand abgefragt, sondern auch unsere Dauerleistungsgrenzen festgelegt. Das war wichtig, damit wir uns die Kraft besonders auf den ersten Etappen richtig einteilen konnten und nicht an den Steigungen überziehen. Die Ergebnisse waren ähnlich der Werte vom Vorjahr. Das stimmte uns sehr optimistisch.
Auch in diesem Jahr haben wir uns von Etappe zu Etappe bei den Platzierungen vorgearbeitet. Ob wir besser geworden sind oder einige Teams eingebrochen sind, ist schwer zu sagen. Ich denke es ist von beiden etwas dabei. Leider hatten wir diesmal drei Defekte. Den ersten gleich auf der Startetappe und die Platzierung fiel dementsprechend auch aus. Aber wir sind ja nicht vorrangig auf das Gesamtergebnis gefahren, aber wir wollten auch nicht viel schlechter als im Vorjahr abschneiden. Unser Motto war, die Landschaft immer in Farbe sehen. Wenn sie nur noch in Schwarz und Weiß zu erkennen ist, sind wir zu schnell.
Im Nachhinkönnen wir sagen, unsere Vorbereitung war unter den gegebenen Umständen gut. Vom Umfang war nicht mehr möglich oder wir hätten unsere Arbeit vernachlässigen müssen. Das wollten wir auf keinen Fall. Das Familienleben hatte schon genug gelitten. Jede freie Minute haben wir uns zum Training abgemeldet. Ohne Unterstützung von einigen Leuten hätten wir uns sicherlich um einiges schwerer getan und hätten nicht die Leistung bringen können.
An dieser Stelle gilt unser besonderer Dank all denen, die uns bei dem Unternehmen Transalp voll und ganz unterstützt haben. Auch wenn es für einige langweilig ist, möchte ich nicht darauf verzichten, an dieser Stelle alle aufzuzählen: Alpina (Ronald Siller - Helme und Brillen), NeproSport von NestmannPharma (Nahrungsergänzungen und Energiedrinks), Adidas (Christian Lehner - Bekleidung) und natürlich unsere Frauen Gitti und Katrin, die auch einige Entbehrungen zu tragen hatten.
Fest steht, dass diese Alpenüberquerung tiefe Emotionen und Gefühle bei uns ausgelöst und hinterlassen hat. Das waren Erfahrungen, die wir im „normalen“ Leben so nicht mehr machen können. Einfach an physische und psychische Grenzen gehen, verbunden mit einem grandiosen Naturerleben. Neue Leute kennen lernen, die Solidarität unter den Teams fühlen und immer wieder die Natur erleben, das sind die tiefgreifendsten Eindrücke gewesen. Das Gefühl, wenn man nach acht Tagen das Ziel direkt am Ufer vom Gardasee erreicht, ist unbeschreiblich. Die Kulisse in Limone ist kaum zu übertreffen.
Die Biker lagen sich in den Armen, andere ließen die Sektkorken knallen und wieder andere haben sich einfach nur nach dem Ziel hingesetzt und alles beobachtet und tief durchgeatmet. Diesmal war der Sprung in den See (nur echt mit Radlerhose) wieder möglich und wurde von vielen genutzt.
Die Transalp ist mit Sicherheit der „Ritterschlag“ für den Mountainbiker. Wir haben ihn uns geholt zum zweiten Mal erhalten und sind stolz darauf!

Die Überquerung von Europas höchstem Gebirge mit dem Mountainbike ist eine große Herausforderung, die mit enormen Anstrengungen verbunden ist. Gleichzeitig ist sie aber auch ein unvergessliches Erlebnis, mit spektakulären Bildern und Eindrücken, das Sportler, Zuschauer und Medien in seinen Bann zieht. Im Vergleich zur Rennrad -Transalp, die über sieben Tage ging, ist die Bike-Callenge um einiges anspruchsvoller gewesen. Dafür gibt es mehrere Gründe, es rollt nicht annährend so gut, es sind einige Kilometer zu Fuß zurücklegen, das Bike ist viel schwerer und auf den Abfahrten ist der Puls oft genauso hoch wie an den Steigungen. Hier möchte ich definitiv keine Wertung vornehmen, denn egal wie man die Alpen überquert, es ist immer eine tolle Leistung, sich Tag für Tag den Bergen neu zu stellen. Das wichtigste dabei ist, dass der Spaß und die Freude an der Bewegung nie zu kurz kommen.

Auf der Webseiten www.beckercoaching.de unter Impressionen und da unter Action könnt Ihr noch einmal die Etappenberichte, Bilder und andere interessant Sachten nachschauen.

Ach ja, unsere Platzierungen: 34 bei den Masters und 158 Gesamt.


Mit sportlichen Grüßen,
Erik Becker


Erik Becker und Manfred Hilscher




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Bike Transalp 2005

Pressebericht (2005) der Zeitschrift
"Welt am Sonntag"


Bike Transalp 2006





Internetseite des Sportwissenschaftlers Erick Becker:


www.beckercoaching.de


Internetseite von Manfred Hilscher:

www.juwelier-hilscher.de




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