 Nordic Walking
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 Impressionen
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Spezial "Richtig Nordic Walken": Nordic Walking Training für Fortgeschrittene
Unser Spezial geht in die letzten beiden Runden. Wir wollen nun,
nachdem in der vorherigen Folge Trainingstipps für Anfänger als Thema
behandelt worden sind, auch den Fortgeschrittenen die Möglichkeit
geben, das Nordic Walking auf ihre persönlichen Bedürfnisse
abzustimmen. Die Inhalte von sportlichem Training sind nämlich immer
abhängig von den Zielen, die man sich setzt. Man kann sein Training auf
die Ausdauer konzentrieren, die anaerobe Leistungsfähigkeit
vorantreiben, bestimmte Muskelgruppen vorrangig trainieren, muskuläre
Dysbalancen ausgleichen oder den Sport in gesundheitlicher Hinsicht auf
die gegebene Situation abstimmen. Je nach gesetzten Zielen kann man
dann die Belastungskomponenten variieren, um geregelte Effekte zu
erzielen. Da es sehr viele mögliche Ziele eines Nordic
Walking-Trainings geben kann, soll in diesem Rahmen nur auf
übergeordnete Trainingsmethoden eingegangen werden, die sich jeweils
für bestimmte körperliche Ziele eignen und auf diese abstimmen lassen.
Verschiedene Ausdauertrainingsmethoden
- Dauermethode
- Intervallmethode
- Wiederholungsmethode
- Wettkampfmethode
- Schnellkraftmethode
Wie gesagt, diese fünf Methoden sind übergeordnete Kategorien. Beim
Nordic Walking kann man das Training jedoch nicht nur durch die Wahl
der Methode, sondern auch durch die Wahl der Technik gestalten. Ändert
sich die Ausführungsgeschwindigkeit der Bewegung in einer Methode, dann
ändert sich auch die Technik. Denn das Nordic Walking ist sehr
variabel, vor allem was die Bewegungsausführung betrifft.
Im Folgenden möchten wir die fünf Trainingsmethoden im Hinblick auf das
Nordic Walking vorstellen, den Sinn jeder Methode bewerten und mögliche
Besonderheiten für das Nordic Walking aufzeigen.
Die Dauermethode Es gibt zwei verschiedene Formen der
Dauermethode mit konstanter Belastungsintensität, die extensive und die
intensive. Zudem ist die Dauermethode auch mit wechselnder Intensität
durchführbar.
Bei der extensiven Dauermethode ist die Belastungsintensität eher
gering bis mittel, dass heißt, sie liegt in etwa bei 60% der maximalen
Pulsfrequenz. Bei dieser Intensität nutzt de Körper die aerobe
Energiebereitstellung. Das bedeutet, dass die Energie
(ATP=Adenosintriphosphat) im Rahmen der körperlichen
Energiebereitstellungsprozesse (Glykolyse, Zitronensäurezyklus,
Atmungskette) über den Weg vollzogen wird, bei dem Sauerstoff
verbraucht wird. Dieser Weg führt zu einer langsameren, aber dafür
langfristig möglichen Bereitstellung von ATP. Bei der extensiven
Dauermethode ist eine lange Belastungsdauer vorgesehen, je nach
Trainingszustand eine halbe Stunde bis zu drei oder vier Stunden
Belastung ohne Pausen. Die Effekte dieser Methode sind eine
Verbesserung der Grundlagenausdauer, Verbrennung von Kalorien (gute
Gewichtsreduzierung), Veränderung der muskulären Struktur (FT-Fasern
werden langfristig zu ST- Fasern umgewandelt; siehe auch Folge eins vom
30. Juli) sowie eine positive Verschiebung der aerob-anaeroben
Schwelle. Es ist also ein typisches Ausdauertraining, wie es auch bei
vielen anderen Sportarten betrieben wird, so zum Beispiel beim Joggen,
Fahrradfahren oder Triathlon. Doch wie bereits in Folge eins unseres
Spezials angesprochen, wird bei diesem Ausdauertraining 90% der
Muskulatur trainiert, nicht nur die Beinmuskulatur. Dieses hat im
Hinblick die Trainingseffektivität natürlich Vorteile.
Die intensive Dauermethode unterscheidet sich von der extensiven
hauptsächlich in Hinsicht auf die Intensität. Diese ist hier
intensiver, dass heißt höher (etwa 70% bis 75% vom maximalen Puls). Die
Belastungsdauer ist dementsprechend geringer als bei der extensiven
Beanspruchung. Eine Trainingszeit von 45 Minuten bis zu einer Stunde
ist angebracht. Bei dieser Methode trainiert man noch im aeroben
Bereich, zum Ende bewegt man sich eventuell auch in den anaeroben
Energiebereitstellungsbereich. Das heißt, dass nicht mehr genug
Sauerstoff für den aeroben Zyklus aufgenommen werden kann und der
Körper den anaeroben Weg bestreiten muss, mit dem eine Laktatbildung
einhergeht. Die Effekte auf den Körper liegen bei dieser Methode
ebenfalls bei einer Verbesserung der Grundlagenausdauer, der
Kraftausdauer, Langzeitausdauer und Ökonomisierung der
Energiebereitstellung, sowie der Belastungsverträglichkeit im
aerob-anaeroben Bereich. Dieses Training ist als Anschlusstraining an
ein Grundlagentraining in Form einer extensiven Dauermethode zu
empfehlen, eventuell als Übergangsphase zu einem Anschlusstraining mit
einer anderen Methode.
Die Dauermethode mit wechselnder Belastungsintensität wird meist im
welligen oder hügeligen Gelände betrieben. Dort wechselt die Intensität
je nach Geländeform. Hier wird die Umstellungsfähigkeit zwischen den
Energiebereitstellungssystemen trainiert, ebenso der Fettstoffwechsel
optimiert, genauso die Organfunktionen, die eine ständige Anpassung an
die verschiedenen Belastungen erfahren.
Die Intervallmethode
Die Intervallmethode ist eine Trainingsform zur Verbesserung der
Grundlagenausdauer und Kraftausdauer. Charakteristisch für sie ist die
Unterteilung von einzelnen Trainingsabschnitten innerhalb einer
Trainingseinheit, das bedeutet: Es erfolgt eine Belastungsphase, dann
eine Pause, dann wieder eine Belastungsphase und so weiter.
Auch hier wird zwischen intensiver und extensiver Intervallmethode
unterschieden. Bei der extensiven Intervallmethode ist die Intensität
in Form einer aeroben Belastung (etwa 70% von der maximalen
Herzfrequenz) wieder relativ gering. Nach einer Belastungsphase von
vielleicht zehn Minuten erfolgt eine Regenerationpause. Hier erholt
sich der Körper in ungefähr drei Minuten bis zu einem bestimmten Grad,
danach folgt eine weitere Belastungsphase. Die Belastungsdauer muss bei
der extensiven Intervallmethode relativ lang sein, da sonst der
Trainingseffekt zu gering ist, die Beanspruchung wird erst bei einem
Training über einer Stunde sehr wirksam. Es wird neben der
Grundlagenausdauer und Kraftausdauer die aerobe Leistungsfähigkeit, die
Belastungsfähigkeit, die Umstellungsfähigkeit der Körperfunktionen
sowie die Konzentrations- und Mobilisierungsfähigkeit der Muskulatur
verbessert.
Das als Intervalltraining bekannte intensive Intervalltraining arbeitet
mit eine hohen Intensität, die aber keinesweg maximal ist. Als
Richtwert kann man 80% bis 85% der maximalen Intensität benennen. Für
den Nordic Walker heißt dies, dass er eine Belastungsdauer von bis zu
einer Minute anstreben soll, bei der ein relativ hohes Tempo
angeschlagen wird. Dann wird eine Pause gemacht, in der der Puls bis
auf 100 bis 120 (individuell!) absinkt. Anschließend folgt eine weitere
Belastungsphase. Durch dieses Training wird vor allem die Grundlagen-
und Kraftausdauer im aerob-anaeroben Bereich sowie die
Leistungsfähigkeit in diesem Bereich verbessert. Dadurch, dass in den
Belastungsphasen durch die relativ hohe Intensität Laktat gebildet wird
und sich dieses im Laufe der Trainingseinheit ansammelt, wird auch die
Laktatverträglichkeit erhöht. Natürlich erfährt der Körper auch die in
der ersten Spezial-Folge erw ähnten Organfunktionsverbesserungen, wie
zum Beispiel eine Erhöhung des Lungen- oder Herzvolumens.
Die Wiederholungsmethode
Die Wiederholungsmethode ist eine am Wettkampf orientierte Methode und
vor allem für Wettkampfläufer oder Langläufer interessant. Bei dieser
Form des Trainings wird ein Wechsel zwischen kurzen, aber sehr
intensiven Belastungsphasen und langen Regenerationsphasen angestrebt.
Es soll ein Unterdistanztraining (bei Langzeitdistanz-Sportlern) oder
Überdistanztraining (bei Sprintdistanz-Spotlern) durchgeführt werden,
indem eine wiederholte anaerobe Belastung erfolgt. Zwischenzeitliche
Erholungspausen sollen durch aktive Regeneration genutzt werden, das
bedeutet, dass man sich zum Beispiel nicht hinsetzen soll, sondern
weitergehen oder sich anderweitig bewegen soll. Ziel dieser Methode ist
das Erreichen einer 'Wettkampfhärte' im anaeroben Bereich, also das
Erreichen einer sehr guten Laktatverträglichkeit.
Die Wettkampfmethode
Die Wettkampfmethode ist noch spezifischer auf den Wettkampf bezogen
als die Wiederholungsmethode. Es handelt sich um eine einmalige, selten
mehrfache Belastung mit höchstem Einsatz und wettkampftypischem
Verhalten. Ziel ist die Anpassung der Leistungsfähigkeit an die
komplexen Anforderungen eines Wettkampfes. Es ist ja bereits geplant,
dass es bald eine Entwicklung des Nordic Walkings in Richtung
Leistungssport geben und Bergrennen veranstaltet sollen. In diesem Fall
wäre eine unmittelbare Wettkampfvorbereitung in Form der
Wettkampfmethode durchaus sinnvoll.
Schnellkraftmethode
Ist es Ihr Ziel, mit dem Nordic Walking ihre Schnellkraft, ihre inter-
und intramuskuläre Koordination und ihre Kraftbildungsgeschwindigkeit
zu verbessern, dann müssen Sie ein Schnellkrafttraining durchführen.
Für dieses brauchen Sie aber schon bestimmte muskuläre und auch
technische Voraussetzungen, um die gewollten Effekte zu erzielen. Ein
Schnellkrafttraining arbeitet mit einer extrem schnellen
Bewegungsausführung (die aber trotzdem technisch einwandfrei sein
sollte), einer geringen Belastungsintensität und ausreichenden Pausen,
um eine vollständige Regeneration zu erreichen. Beim Nordic Walking ist
dies durchaus möglich, jedoch ist der Sport eher für Ausdauerleistungen
konzipiert worden, so dass ein Schnellkrafttraining normalerweise in
Form eines speziellen Krafttrainings vollzogen wird.
Auf- und Abwärmen
Was viele Menschen, die Sport treiben, vergessen, ist ein Auf- und
Abwärmen. Das Hauptziel des Aufwärmens ist die Vorbereitung des Körpers
auf die kommende Belastung. Vor allem die Muskeln und die Gelenke
(Fuß-, Knie-, Hüft- und Wirbelgelenke) sollten nicht abrupt einer
Belastung unterzogen werden, sondern am besten in einem Aufwärmprogramm
von mindestens zehn Minuten vorbereitet werden. Dadurch wird die
Gewebstemperatur erhöht und die Dehnbarkeit von Muskeln, Sehnen,
Bändern und Gelenkkapseln verbessert und das Bewegungsmaß erhöht. Denn
Faktoren wie Alter, Muskelkraft oder psychologische Gegebenheiten
können die Gelenkfunktionen negativ beeinträchtigen. Durch das
Aufwärmen beugt man Verletzungen vor, also: Bereiten Sie sich auf jedes
Training vor. Beginnen Sie das Aufwärmprogramm, indem Sie zunächst etwa
zehn Minuten in lockerem Tempo walken, um den Kreislauf und damit die
Durchblutun g und Erwärmung der Muskulatur anzuregen. Dann machen Sie
ein kurzes dynamisches Dehnprogramm, in dem Sie die Hauptmuskeln
dehnen, anspannen und wieder dehnen. Auch kurze Krafthalteübungen mit
einem Partner können als Vorbereitung auf die Nordic Walking-Tour
genutzt worden. Zusätzlich lässt sich die Aufwärmphase mit speziellen
Thermocremes wie NeproSport® Rot optimieren, die durch verbesserte
Durchblutung für milde Wärme sorgen und so das Risiko für Zerrungen und
Muskelkater noch weiter senken.
Resümee
Nordic Walking kann in vielerlei Form betrieben werden. Die aus der
Trainingslehre stammenden Methoden des Ausdauertrainings lassen sich
fast ohne Einschränkungen auf den Nordic Walking-Sport übertragen. Der
Vorteil bei der Ausübung des Ausdauersports Nordic Walking ist, dass es
nicht wie beim Joggen zu einem Missverhältnis zwischen Oberkörper- und
Beinmuskulatur kommt, sondern durch den expliziten Stockeinsatz die
Muskulatur des Öberkörpers ebenso trainiert wird wie die der Beine.
Daher gilt auch für eine Dauermethode, dass hier nicht nur stumpfes
Laufen und Fettabbau im Vordergrund steht, sondern auch der
Muskelaufbau unterstützt wird. Das ist einer der Hauptvorteile des
Trendsports 2004 und 2005.
Zudem sind die Variationsmöglichkeiten und damit auch die Variation der
Trainingsmethoden mit Hilfe der Stöcke besser zu bewältigen, weil so
zum Beispiel Bergläufe als Intervalltraining den Sportler nicht gleich
überfordern.
Sie sollten bei aller Hingabe aber die in der letzten Folge
beschriebenen Grundsätze des Trainings nicht vernachlässigen, sonst
kommt es schnell zur Überlastung oder zu Verletzungen. Also: Achten Sie
auf Ihren Körper, er wird es Ihnen danken!
Jetzt müssen Sie nur noch die richtige Einstellung zum Ausdauersport
finden, dann kann Ihrem Leben als Nordic Walker nichts mehr im Wege
stehen. Versuchen Sie es doch einmal...
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