Nordic Walking


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Nordic-Walking Ausbildungszentren


Spezial "Richtig Nordic Walken": Verbände, Philosophien, Ziele und Strukturen

Hallo, liebe Nordic Walking-Interessierte. Der dritte Teil unseres Specials rund um das Thema "Richtig Nordic Walken" beschäftigt sich mit den Verbänden und Vereinen des "neuen Sports". Dadurch, dass das Nordic Walking erst vor wenigen Jahren in Deutschland bekannt gemacht wurde, sieht man sich zur Zeit mehreren Verbänden gegenüber, die sich wohl erst im Laufe der nächsten Jahre zentralisieren werden. Hier wollen wir die größten Verbände in Deutschland und in Österreich vorstellen und ihre Philosophien, Ziele und Strukturen vorstellen. Ergänzt wird diese Folge von einem Interview mit Dr. Volker Alt, Präsident der German Nordic Fitness Association (GNFA), der seine persönlichen Einschätzungen zu der Organisation des Nordic Walkings erläutern wird.

Wer macht was ...?
Im deutschsprachigen Raum gibt es zahlreiche Verbände, die sich als führende Kraft im Nordic Walking bewehren wollen. Die folgenden möchten wir kurz vorstellen:

- INFO - International Nordic Fitness Organisation
mit dem Mitglied DNV - Deutscher Nordic Walking Verband
- DSV - Deutscher Skiverband
- VDNOWAS - Verband der Nordic-Walking-Schulen
- NWCA - Nordic Walking Coach Association
- DWI - Deutsches Walking Institut
- ANWA - Austrian Nordic Walking Association e.V.
- NWO - Nordic Walking Organisation (AUT)

An der Aufzählung, die keineswegs als vollständig zu betrachten ist, sehen Sie schon, dass die Organisation des Nordic Walking und des Walkingsports noch in der Findungsphase steckt.

Die INFO - International Nordic Fitness Association und der DNV - Deutscher Nordic Walking/Blading Verband
Die International Nordic Fitness Association fungiert als internationaler Dachverband mehrerer nationaler Interessenvertretungen. Die Mitglieder DNV (Deutschland), ÖNV (Österreich), SNO (Schweiz), ANI (Italien), USNA (Vereinigte Staaten) und NFIB (Beneluxländer) sehen sich nicht in erster Linie als Sportverband, sondern als 'Interessensgemeinschaft zur Förderung gesundheitlicher Bewegungsformen mit Stöcken'. Hierzu hat die INFO Mediziner, Ernährungswissenschaftler und -berater, Diplomsportlehrer, Krankengymnasten, Bewegungstherapeuten und Wissenschaftler in ihren Reihen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, die Nordic Fitness-Bewegungsarten einheitlich zu fördern und zu unterstützen.
Das Nordic Walking ist für diese Organisation keine Sportart, sondern ein Teil eines Bewegungskonzepts, dass die weltweit rund 8000 ausgebildeten „Basic Instructoren“ des Verbandes vermitteln sollen. Damit ist die INFO nach eigenen Angaben der weltweit größte Verband dieser Art.
Kontakt zum DNV:
Deutscher Nordic Walking Verband e.V.
Schloßstrasse 2a
55543 Bad Kreuznach
fon: 0700/667 342 348
email: office@nordicwalkingverband.de
web: www.nordicwalkingverband.de

DSV mit 'nordic aktiv'-Konzept
Der Deutsche Skiverband hat seine wissenschaftlichen Erkenntnisse und sportlichen Erfahrungen in ein umfassendes Programm eingebunden und das 'DSV nordic aktiv'-Konzept vorgelegt. "Die Inhalte der Ausbildung sind in einem Curriculum zusammengefasst und entsprechen den hohen Anforderungen gemäß den DSV-Standards inklusive der ständigen Qualitätssicherung", beschreibt Jürgen Wolf, Leiter der DSV-Trainerschule, das Modell. "Die Schwerpunkte liegen auf drei Basis-Techniken: Soft, Fitness und Sport. Damit decken wir den gesamten möglichen Bewegungsumfang beim Nordic Walking ab. Und der reicht vom Einsteiger bis zum Ausdauer-Profi, der eine Ausgleichssportart betreiben möchte." Der Vorzug der Nordischen Sportarten bestehe darüber hinaus darin, dass der sommerliche Bewegungsablauf seine beinahe zwangsläufige Fortsetzung im Schnee – dann allerdings auf Langlaufski oder Schneeschuhen – finde. Damit ist Nordic aktiv ein Schlüssel für den Ganzjahressport.
Kontakt und Infos Trainerschule:
Gisela Madlener
Hubertusstr. 1
82152 Planegg
Tel. +49 (0)89 85790-260
email:Gisela.Madlener@ski-online.de
web: www.ski-online.de/index.php?changearea=nordic

Der VDNOWAS - Verband der Nordic-Walking-Schulen
Der internationale Verband der Nordic-Walking-Schulen wurde 2002 nach Differenzen mit dem DNV gegründet. Als übergeordnetes Ziel bezeichnet der Verband die Förderung und Pflege des Nordic Walking Sports. Der VDNOWAS ist ein Dachverband von Nordic Walking-Schulen und Lehrkräften, der nach den Maßgaben der ständig weiterentwickelten Prüfungsordnungen und Ausbildungsrichtlinien lehrt. Die Weiterentwicklung will der Verband vor allem auf sportpädagogische und sportwissenschaftliche Grundlagen stützen. Der VDNOWAS sieht sich als übergeordnete Instanz der ausbildenden Schulen in der Pflicht, zur qualifizierten Ausbildung, Unfallverhütung und Verhütung von Gesundheitsschäden beizutragen.
Die Ausbildung der VDNOWAS gliedert sich in Grundseminar, C-Trainer und B-Trainer sowie weiteren Fortbildungen. Mehr zu den Inhalten können Sie in der nächsten Folgen dieses Specials lesen.
Kontakt zu VDNOWAS:
Verband der Nordic-Walking-Schulen
Hauptstraße 34
95676 Wiesau (Opf.)
fon: +49 (0) 9634 / 91 51 50
fax: +49 (0) 9634 / 35 18
email: info@vdnowas.de
web: www.vdnowas.de

Die NWCA - Die Nordic Walking Coach Association
Die NWCA ist ein Zusammenschluss unabhängiger Nordic Walking-Trainer. Der Verband vertritt sehr ähnliche Ziele wie die VDNOWAS: Das Hauptaugenmerk liegt auf der Verbreitung und Förderung des Nordic Walking Sports. In Kursen und Workshops lehren die Coaches korrekte Techniken und gesundheitsorientiertes Walken. Der Verband ist darauf bedacht durch gezielte Ausbildung von Physiotherapeuten, Chiropraktikern, Orthopäden oder auch Fitnesstrainern die gesundheitlichen Vorteile des Nordic Walkings bekannt zu machen und dieses in das Gesundsheitssystem zu integrieren.
Kontakt zur NWCA:
NWCA European Divison
Dauerwaldweg 1
14055 Berlin
fon: +49 (0) 30 / 30 15 667
email: info@nwca.de
web: www.nwca.de

Das DWI - Deutsche Walking Institut
Das Deutsche Walking Institut hat seinen Sitz in Bad Dürrheim. Gründer des Vertreters der gesamten Walking-Bewegung (nicht nur Nordic Walking) sind u.a. das Institut für Sport und Sportwissenschaft der Universität Karlsruhe, die Gemeinde Bad Schönborn und die Rheuma-Liga Baden-Württemberg.
Hauptverantwortlicher und 'Walking Papst' ist Prof. Dr. Klaus Bös, der es sich mit den Partnern zum Ziel gesetzt hat, das Walken zur Volksbewegung zu machen und damit in gesundheitlicher, aber auch wirtschaftlicher Hinsicht neue Quellen zu erschließen. Das DWI hat nach der Entdeckung des wirksamen 'Nordic Walking' auch dieses in sein Programm aufgenommen und bietet Vorträge, Ausbildungen und Kurse rund um Walking-Themen für interessierte Gruppen und Einzelne an.
Das DWI soll zur ersten Anlaufstelle für Fragen um ein ganzes Themenbündel werden, das mit Sport, Gesundheit, Wellness oder Tourismus nur unzureichend beschrieben ist. Auch für Sponsoren und die Wirtschaft will das Institut das Walken kommunizieren, um dem übergeordneten Ziel, Walking zu einer Volksbewegung zu machen, näher zu kommen.
Kontakt:
DWI - Deutsches Walking Institut e.V.
Alte Wolterdingerstr. 68
78166 Donaueschingen
Tel.: 0771 - 60 26 94 8
Fax.: 0771 - 15 88 33 5
email: info@walking.de
web: www.walking.de

ANWA - Austrian Nordic Walking Association e.V.
Die österreichische ANWA ist wie die GNFA Mitglied der International Nordic Walking Association. Der Verband bezweckt nach seinen Statuten als allgemeines Ziel die Förderung der Gesundheit, des Sportsgeistes und dadurch die Förderung des Allgemeinwohles der Bevölkerung, der spezielle Zweck der ANWA ist die Pflege und Verbreitung der Sportart Nordic Walking. Als Mittel dazu werden Förderung des Leistungs- und Breitensport, Schaffung und Unterhaltung von Einrichtungen zur Ausübung der Sportart, Aus-und Weiterbildung der Mitglieder, Lizenzvergaben und Organisation von Vorträgen und Versammlungen kommuniziert. Neben Nordic Walking engagiert sich der Verband auch für die anderen nordischen Sportarten, wie zum Beispiel Nordic Blading und Nordic Fitness Skiing.
Wegen der Bedeutung des Tourismus für die österreichische Volkswirtschaft steht auch die Schaffung von Nordic Fitness Parks - wie die bereits bestehenden in Geboltskirchen, Huben-Längfeld oder Mariapfarr – auf der Agenda der ANWA.
Kontakt:
Austrian Nordic Walking Association e.V. Office
Plainstrasse 123
A-5020 Salzburg
fon: +43 676 / 84746494
email: office@anwa.at
web: www.anwa.at

Die NWO - Nordic Walking Organisation (Austria)
Die Nordic Walking Organisation versteht sich als Interessenvertretung für Nordic Walking, Nordic Walking Trainer und Nordic Walking Instruktoren in Österreich. Die NWO wurde 2003 gegründet und will dem Sport eine Plattform im Hinblick auf Weiterbildung und Forschung bieten, mit der die Qualität langfristig gesichert werden soll.
Als industrieunabhängiger Verband konzentriert sich die NWO rein auf die Verbreitung der Sportart als gesundheitsförderndes Mittel, bietet auf der Homepage Trainingstipps und zeigt durch Veranstaltungen und Nordic Walking Kurse Präsenz in Österreich.
Kontakt und Infos:
NWO
Joseph Haydn Platz 3,
A-7431 Bad Tatzmannsdorf.
fon: +43 3353 / 25468
fax: +43 3353 / 25468-42
email: info@nwo.at
web: www.nwo.at

Interview mit Dr. Volker Alt
Zur Ergänzung der Vorstellung der verschiedenen Verbände haben wir Dr. Volker Alt, Präsident der vor kurzem gegründeten German Nordic Fitness Organisation GNFA (nationaler Verband der INWA), interviewt. Dr. Volker Alt ist Facharzt für Allgemeinmedizin, Betriebs-, Umwelt- und Sportmedizin und besitzt eine Nordic Walking Mastertrainer Lizenz, die ihn zum Ausbilden von Nordic Walking Trainern befähigt. Als Fachmann baten wir ihn um eine kurze Stellungnahme zu den Themen rund um die Verbände im Nordic Walking.

2b-Sportredaktion: Herr Dr. Alt, bitte stellen Sie sich, Ihre Position und Ihre Tätigkeit kurz vor!
Dr. Volker Alt: Ich bin Präsident der am 9. Juni 2004 gegründeten German Nordic Fitness Association (GNFA), der damit nationaler Nordic Walking Verband der International Nordic Walking Association INWA ist. Weiterhin bin ich Mitglied im Education Committee der INWA und unter anderem Sportmediziner. Wer noch mehr erfahren möchte, kann sich auf meiner Website www.dr-alt.de näher informieren.

2b-Sportredaktion: Wieviele Mitglieder, Ausbilder und Instructors hat Ihre Organisation?
Dr. Volker Alt: Die INWA besteht aus zur Zeit 18 Mitgliedsländern mit 40 Mastertrainern und mehr als 15.000 Instructoren.

2b-Sportredaktion: Ihr Verband ist an einer Etablierung des Nordic Walking Sports über einen längeren Zeitraum, als es für Trendsportarten üblich ist, interessiert. Wie sieht das konkrete Handeln aus, betreiben Sie Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, organisieren Sie Events und bieten Kurse an?
Dr. Volker Alt: Die INWA war im Jahr 2000 mit ihrer Gründung der erste Verband, der sich für die Weiterverbreitung der nordischen Fitnesssportarten eingesetzt hat. Die kontinuierliche Erweiterung der Anzahl der Mitgliedsstaaten hat dafür gesorgt, dass die INWA der weltgrößte Verband geworden ist. Im Mai 2004 wurde
das International Education Committee der INWA gegründet. Alle bisher bestehenden Ausbildungsrichtlinien der einzelnen Länder wurden zusammengefasst, überarbeitet und als Education Program der INWA verabschiedet. Die Kurse in den einzelnen Mitgliedsländern besitzen nun einen einheitlichen Maßstab und sind untereinander anerkannt.

2b-Sportredaktion: Die Verbandslandschaft und die Präsenz der verschiedenen Anbieter des Nordic Walking Sports wirkt von Außen betrachtet noch nicht sehr ausgereift. Die Sportart ist ja noch sehr jung und es hat sich noch kein übergeordneter Verband wie in lang etablierten Sportarten herauskristallisiert. Sehen Sie einen Verband, der eine Stellung wie z.B. der DSV, DTB oder DFB erreichen wird? Zur Zeit sind ja INFO, INWA, VDNOWAS, NWCA oder auch das DWI sowie weitere Strukturen präsent.
Dr. Volker Alt: Die gegenwärtig geschaffenen Strukturen (siehe oben) und das weltweite Auftreten der INWA als Verband der Nordischen Fitnesssportarten werden ein Garant dafür sein, das beispielsweise das Nordic Walking keine Trendsportart bleiben wird, sondern einen festen Stellenwert in unserer Sportlandschaft erhält. Das haben unter anderem auch die Krankenkassen und die Gesundheitspolitik so erkannt und deswegen wird Nordic Walking aus allen Bereichen heraus gefördert. Durch die Zusammenarbeit mit verschiedenen sportwissenschaftlichen Instituten werden zukünftige Forschungsergebnisse
diese Stellung untermauern. Durch die rein kommerzielle Ausrichtung von verschiedenen Verbänden in Deutschland wird es in naher Zukunft eher weniger Anbieter geben. Der Endverbraucher (Nordic Walker) wird sehr schnell
erkennen, dass die Qualtität in der Ausbildung und die Qualitätssicherung in der Zukunft über die Existenz eines Verbandes entscheiden.

2b-Sportredaktion: Sie haben es schon angedeutet, dass sich Ihr Verband, die GNFA bzw. INWA, mit dem Ziel der Weiterentwicklung der Sportart bechäftigt und dazu einen wissentschaftlichen Beirat besitzt. In welche Richtung sollte Ihrer Meinung nach die Entwicklung des Sports gehen, mehr zum Massensport (Stichwort Kommerzialisierung), Gesundheitssport oder Fitnesssport? Was kommt der Philosphie Ihres Verbandes am nächsten?
Dr. Volker Alt: Der große Vorteil des Nordic Walking ist die Vielseitigkeit in der Ausübung. Jeder Nordic Walker kann selbst entscheiden, mit welcher körperlichen
Belastung er den Sport ausübt. Ein Verband sollte jedes Interesse ansprechen. Somit treffen die Bezeichnungen Gesundheitssport und Fitnesssport zu.

2b-Sportredaktion: Nordic Walking erfährt in der letzten Zeit ein besonderen Boom. Erläutern Sie doch kurz unseren Lesern den Hauptgrund für die Attraktivität der Sportart!
Dr. Volker Alt: Wie bereits oben erwähnt ist die Vielseitigkeit das große Plus. Man kann Nordic Walking jeder Zeit, an fast jedem Ort mit geringem Aufwand an
Equipement durchführen.

2b-Sportredaktion: Herr Dr. Alt, zum Abschluss vielleicht noch eine persönliche Frage. Wie sind Sie dazu gekommen, sich für das Nordic Walking zu engagieren? Walken Sie selbst? Können Sie unseren Lesern vieleicht ein paar Tipps geben, wie man am besten in den Sport einsteigt?
Dr. Volker Alt: Ich selbst bin Nordic Walking Mastertrainer und führe auch Kurse in Zusammenarbeit mit den Krankenkassen durch. Weiterhin bilde ich Trainer in
allen Stufen aus und arbeite ständig für die INWA an Konzepten für die Weiterentwicklung der Nordischen Fitnesssportarten.
Starten sollte man seine 'Kariere' als Nordic Walker mit einem Grundkurs. Nähere Informationen erhält
man sicherlich über die jeweils zuständige Krankenkasse bzw. über die Verbände.

2b-Sportredaktion: Herr Dr. Alt, wir danken Ihnen für Ihre Zeit und wünschen Ihrem Verband und den Nordic Fitness Sportarten, dass weiterhin so viele Leute die Stöcke in die Hand nehmen und sich an dem Sport erfreuen.

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